aus der Presse

 

50 Jahre KAB Niederbrechen

Brechen-Niederbrechen. «Steht weiter für die christlichen Arbeiter ein, denkt daran, wo ihr herkommt und bleibt auf dem Boden». Diesen Appell richtete der langjährige Vorsitzende des KAB-Ortsvereins St. Josef und heutige Ehrenvorsitzende Josef Bach an seine Mitstreiter. Josef Bach und seine Frau Maria beide Mitbegründer der KAB in Niederbrechen, wurden bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Ortsvereins im Pfarrzentrum besonders ausgezeichnet. Ebenfalls geehrt wurde Edgar Preßler, der seit 40 Jahren der katholischen Arbeitnehmerbewegung angehört.
Der KAB-Bezirkssekretär Paul Erbach, die die Jubilare gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Reinhold Schütz ausgezeichnet hatte, übermittelt die Grüße des KAB-Präses Dr. Ernst Leuninger sowie des Bezirks- und des Diözesanverbands sowie der Bundesleitung. Der Niederbrechener Ortsverein weise eine gute Mischung zwischen jungen und älteren Mitgliedern auf. Besonders erfreulich sei die große Zahl viele junger Leute. Den Jubilaren dankte er für ihre Treue. Sie hätten dazu beigetragen, die christlichen Grundsätze in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einzubringen. Er bat sie und alle Mitglieder, auch weiter dabei zu bleiben, denn die Sache der Gerechtigkeit brauche sie auch in Zukunft.

Bereits 1907 war, wie Vorsitzender Reinhold Schütz ausführte, in Niederbrechen auf Anregung des damaligen Pfarrers Jakob Herlth ein Arbeiterverein gegründet worden, dessen Präses der Seelsorger war. Der Verein war bald ein wichtiger Faktor im religiösen, kulturellen und politischen Leben der Gemeinde. Seine Mitglieder engagierten sich neben dem eigentlichen Vereinszweck für Bedürftige, beteiligten sich am kirchlichen Leben, veranstaltete Theaterabende und vieles mehr. Flagge zeigte er auch bei den Fronleichnamsprozessionen. Nach der Machtergreifung des Nationalsozialisten wurde der Arbeiterverein 1934 verboten. Sämtliche Unterlagen und die KAB-Fahne wurden bei einer Durchsuchung der Kirche beschlagnahmt und sind seitdem verschwunden.

Nach dem Krieg gaben Pfarrer Karl Bernhardt und der Pfarrer von Wilsenroth den Anstoß für die Gründung der KAB als Nachfolgeorganisation des früheren Arbeitervereins, die am 10. Juli 1955 erfolgte. Zum Vorsitzenden wurde Josef Bach gewählt, der dieses Amt 35 Jahre lang bekleidete. In Würdigung seiner Verdienste wurde er nach seinem Ausscheiden zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Präses war Pfarrer Bernhardt, der ein großer Förderer der KAB war, wie später auch seine Nachfolger. Das 50-jährige Bestehen des Arbeitervereins wurde 1957 noch einmal mit einem großen Fest mit feierlichem Levitenhochamt, Weihe der von Pfarrer Bernhard gestifteten Fahne, Festzug und Festakt in der Turnhalle unter Beteiligung der Ortsvereine gefeiert.

Dank eines erfreulichen Zuwachses in den letzten Jahren zählt der KAB-Ortsverein St. Josef heute 68 Mitglieder, darunter zahlreiche junge Familien. Fester Bestandteil des Jahresprogramms sind, wie der Vorsitzende erklärte, unter anderem Bildungsveranstaltungen zu aktuellen Themen und Freizeitangebote. Ihre Mitglieder seien in allen Gremien der Pfarrgemeinde aktiv. Feste Aufgabe der KAB sei es auch, an Fronleichnam einen Altar zu schmücken.

Nach dem gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes ging es wieder zurück ins Pfarrzentrum, wo der Abend in fröhlicher Runde ausklang. (uk, NNP 27.6.05)