KAB St. Josef
Niederbrechen

Wappen





Hammer

 

 

 

Geschichte der KAB Niederbrechen

1. Gründung

Not und Arbeitsmangel ließ Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts viele, vor allem Bauarbeiter aus unserer Gemeinde in das Rheinland ziehen, um dort ihren Verdienst zu suchen. Im zeitigen Frühjahr zogen sie ins „Nirrerland“, wie es damals im Sprachgebrauch hieß, und kehrten meist erst zur Martini-Kirchweih zurück. Dort lernten sie die damals schon gegründeten katholischen Arbeitervereine kennen, in denen sie ein christlich soziales Umfeld und Geborgenheit im Glauben fanden. So kam es, daß der Aufruf des damaligen Pfarrers Herlth (dem Erbauer unserer Pfarrkirche) auch in unserer Gemeinde einen Arbei­terverein zu gründen, auf fruchtbaren Boden fiel. Am 17.02.1907 wurde der kath. Arbeiterverein gegründet, dem Pfarrer Herlth auch als Präses vorstand. Zum Vorsitzenden wurde Josef Schneider, Luisenstraße und zum Kassierer Theodor Egenolf, Frankfurter Straße gewählt. In der Folgezeit nahm die Zahl der Mitglieder ständig zu, bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges war er auf fast hundert Arbeiter angewachsen.

 

2. Geschichte

Nach Pfarrer Herlth wurden wahrscheinlich die jeweiligen Kapläne Präsides des Arbeitervereins. 1910 – 1914 war es Kaplan Friedrich Jansen. Der Verein hatte 1910 79 Mitglieder. 30 Mitglieder gehörten den christlichen Gewerkschaften an. Im Jahr waren 12 Veranstaltungen. Leider sind Protokollbücher oder sonstige Unterlagen nicht mehr vorhanden, so dass nur in der Pfarrchronik einige kurze Aufzeichnungen zu finden sind. So steht dort vermerkt, dass der Arbeiterverein im Winter 1922/23 für Arbeitslose, eine Haussammlung für Arme und Bedürftige in unserer Gemeinde durchführte, bei der nicht nur Geld sondern auch Naturalien eingesammelt wurden.

In der Zeit von 1922 - 1932 gestaltete der Arbeiterverein das kulturelle Leben in der dörflichen Gemeinschaft maßgeblich mit, indem jährlich Theater aufgeführt und Familienabende abgehalten wurden. Teile des Erlöses aus diesen Veranstaltungen wurden zum Teil für kirchliche Zwecke (Anschaffung von Glocken, Ausmalung der Kirche u.s.w.) gespendet. In regelmäßigen Monatsversammlungen wurden aktuelle soziale und religiöse Themen behandelt. In den  Kirchenvorstand wurden immer wieder Mitglieder des Arbeitervereins gewählt Am 17. Nov. 1929 bei den Wahlen zur Gemeindevertretung hatte der Arbeiterverein eine eigenen Liste aufgestellt und konnte zwei Vertreter ins Gemeindeparlament entsenden. 1934 mussten alle Aktivitäten eingestellt werden, da das NS-Regime die Arbeitervereine verboten hatte. Das wurde in Niederbrechen besonders streng kontrolliert, da bei den Reichstagswahlen 1933 die Nationalsozialisten hier nur knapp 2 % der Stimmen erhielten. Im Frühjahr 1939 wurde nach einer Durchsuchung der Kirche auch die Fahne des Arbeitervereins abgeholt.

Erst 1955 in einer Versammlung am 10. Juli, zu der auch in den Gottesdiensten eingeladen wurde, sprachen Arbeitersekretär Schardt, Frickhofen und Diözesanpräses Reitz, Wilsenroth zu aktuellen Arbeiterproblemen und erklärten die Ziele und Organisation der KAB. Als ein Redner einer anderen Organisation eine bevorstehende Gründung zu verhindern suchte, schlug dies ins Gegenteil um, und spontan erklärten sich 12 Männer bereit, in einer weiteren Versammlung am 22. Juli einen Ortsverein der KAB zu gründen. In dieser Versammlung wurde Josef Bach zum Vorsitzenden, Josef Weier zum Kassierer, Josef Rentz zum Schriftführer und Leo Riedel als Beisitzer gewählt. Präses wurde Pfarrer Bernhard von dem auch die Initiative zu diesem Wiederaufleben des Arbeitervereins ausging. In der Versammlung am 28.08. sprach Domvikar Stein zum Thema „Sozialreform heute“. Anschließend wurden den Mitgliedern ihre Beitragsbücher überreicht. Am 1. Mai 1957 wurde das 50-jährige Jubiläum unter großer Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert werden. Es begann um 8.30 Uhr mit einem feierlichen Levitenhochamt mit Weihe des von Pfarrer Bernhard gestifteten Banners. Die Festpredigt hielt Domvikar Stein. Nach einem Festzug durch die Ortsstraßen zur Turnhalle, fand dort im Beisein vieler Ehrengäste eine Festversammlung unter Mitwirkung der beiden Gesangvereine und des Mandolinenclubs statt. Die Festansprache hielt Kulturreferent Hubert Horn, Köln. Dann wurden vier Gründungsmitglieder, nämlich Franz Roth, Max Kremer, Heinrich Egenolf und Moritz Schiebner von Pfarrer Bernhard mit Ehrennadel und Diplom geehrt. Nach der Maiandacht, an der erstmals das neue Banner der KAB mitgeführt wurde fand eine Familienfeier im Gasthaus Klein statt. 1962 und 1991 wurde der KAB-Bezirkstag des Bezirks Limburg in Niederbrechen ausgerichtet. In einer gezielten Mitgliederwerbung 1962 konnte der Mitgliederbestand verbessert werden. Die Bildungsarbeit in der Pfarrgemeinde wurde vorwiegend von der KAB, auch in Gemeinschaftsveranstaltungen mit der Frauengemeinschaft und Pfarrbücherei, ausgerichtet. An den Diözesan- und Bezirkstagen wurden wir durch unsere Delegierten vertreten. 


3. Der Verein heute

Zu sozialen, politischen und religiösen Themen werden jährlich mehrere Bildungsveranstaltungen durchgeführt. An Aktionen, wie z.B. Rente für Mütter, Sonntag muss Sonntag bleiben, Spenden für das Welt-Notwerk usw. beteiligen wir uns. Zur Fronleichnamsprozession wird von der KAB ein Altar gestaltet. Auch zur Geselligkeit für unsere Mitglieder werden jedes Jahr Ausflug, Radwanderung, Grillen und Nachtwanderung angeboten. Die Angebote der Senioren des Diözesanverbandes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden gerne angenommen. Seit 1998 nehmen wir regelmäßig an den Familienbildungsfreizeiten der KAB Lindenholzhausen mit jährlich wachsenden Teilnehmerzahlen teil. Durch diese Freizeiten konnten wir einige junge Familien gewinnen. 

Die KAB Niederbrechen zählt Anfang 2013 70 Mitglieder.

Die Altersstruktur stellt sich wie folgt dar:
30 - 40 Jahre 2 Frauen und 4 Männer
40 - 60 Jahre 11 Frauen und 11 Männer
60 - 90 Jahre 11 Frauen und 15 Männer

 

4. Vorsitzende und Präsides

Vorsitzende                            

1907 - 1928       Josef Schneider
1928 - 1934       Georg Stillger
1955 - 1990       Josef Bach
1990 - 2006       Reinhold Schütz
2006 - 2008       Hans Jürgen Schermuly
2008 - 2012       Steffen Neukirch
2012                 Wolfgang Rathgeber

Präsides                                  

1907 - 1914       Pfarrer Jakob Herlth 
1914 - 1934       wahrscheinlich die Kapläne der Pfarrei
1955 - 1969       Pfarrer Karl Bernhard 
1969 - 1976       Pfarrer Toni Held 
1977 - 1998       Pfarrer Harald Drechsler
2001 - 2005       Pfarrer Gregor Pitton
2005 - 2011       Pfarrer Armin Sturm
2011-                Pater Ernst Martin Benner